Erektionsstörungen: Zahlen und Fakten1



Obwohl Erektionsstörungen die Lebensqualität massiv beeinträchtigen, scheuen viele Männer davor zurück, einen Arzt aufzusuchen. Eine weiterführende Abklärung ist jedoch unerlässlich. Gleichzeitig bedeutet eine erektile Dysfunktion nicht das Ende des Sexuallebens. Denn je früher sie erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Therapiemöglichkeiten für Erektionsstörungen, eventuell auch mit Hilfe von Potenzmitteln.


In Österreich sind zwischen 300.000 und 500.000 Männer von einer mäßigen bis schweren erektilen Dysfunktion betroffen. Mit zunehmendem Alter und dem Auftreten von Begleiterkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes etc.) treten Erektionsstörungen häufiger auf. Bei sieben von zehn Männern sind körperliche Ursachen der Grund für eine erektile Dysfunktion. Der Anteil der Betroffenen bei den 40-jährigen Männern beträgt 15 Prozent, während er bei den 65-jährigen bereits auf über 40 Prozent ansteigt.

 


Erektionsstörung, Impotenz oder erektile Dysfunktion – wo liegt der Unterschied? Alle Begriffe bezeichnen dasselbe Phänomen: Es ist nicht mehr möglich, eine Erektion zu erlangen oder aufrecht zu erhalten, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. Erektionsstörungen sind eine der häufigsten Sexualstörungen des Mannes und zeigen eine alterskorrelierende Zunahme.


Erektionsstörung: Ursachen1


Der Ablauf einer Erektion ist komplex und vielschichtig.

Genauso vielfältig und unterschiedlich sind die Ursachen einer Erektionsstörung. Es können körperliche, psychische und auch Lebensstilfaktoren eine Rolle spielen. Oft sind Erektionsprobleme ein erstes Anzeichen für andere Krankheiten oder Risikofaktoren wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen oder erhöhte Cholesterinwerte. Aufgrund dessen sollte die Erektionsstörung ernstgenommen und mit einem Arzt besprochen werden.


Erektionsstörung: Diagnose und Verlauf1


Wenn beim Geschlechtsverkehr regelmäßig Erektionsstörungen auftreten, so sollten Betroffene einen Facharzt für Urologie aufsuchen.

Beim Beratungsgespräch kann verständnisvoll auf das Anliegen eingegangen werden. Abhängig davon ob eine körperliche und/oder psychische Ursache dem Potenzproblem zugrunde liegt, gibt es Therapiemöglichkeiten, bei denen mit einer raschen Besserung zu rechnen ist.

Neben der körperlichen Untersuchung, der Abklärung von bestehenden Erkrankungen und den Details zur Medikamenteneinnahme werden auch persönliche Fragen zum Sexualleben geklärt:

  • Befragung der sexuellen Gewohnheiten, Frequenz des Geschlechtsverkehrs (früher/jetzt)
  • Fragen zu morgendlicher und nächtlicher Erektion und zur Erektion bei Masturbation
  • Frage zu vorzeitigem Samenerguss und situationsbedingten Störungen
  • Fragen über Art, Beginn und Dauer der Erektionsstörung
  • Fragen zu Libido- oder Orgasmusstörungen
  • Fragen zu vorhandenen Partnerkonflikte
  • Fragen zu sonstigen Stressfaktoren

Zudem können weitere Untersuchungen erforderlich sein:

  • Allgemeine Untersuchung mit Testen der Reflexe, Tastuntersuchung der Prostata, der Hoden und des Penis, Überprüfen der Blasenfunktion
  • Anordnung einer Blutuntersuchung, bei der unter anderem die Werte von Testosteron, Schilddrüsenhormonen, Cholesterin und Blutzucker bestimmt werden
  • Bei einer Gefäßuntersuchung werden mittels Ultraschall die Blutgefäße des Penis sowie die Blutzirkulation überprüft.
  • Sollte der Verdacht auf eine generalisierte Erkrankung (Bluthochdruck, Diabetes, etc.) vorliegen, so sollte unbedingt der Hausarzt bzw. ein Internist beigezogen werden

Wird eine erektile Dysfunktion diagnostiziert, kann je nach Ursache mit der Behandlung der Erektionsstörung begonnen werden.


Erektionsstörung: Therapie1


Bei der Therapie einer Erektionsstörung ist die genaue Diagnosestellung und die Behandlung der eigentlichen Ursachen wichtig.

Die Erfolgschancen der Behandlung sind umso besser, je früher mit der Therapie begonnen wird. Die Therapie sollte dabei individuell an den Patienten angepasst werden. Es stehen folgende Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Einnahme von sogenannten Phosphodiesterasehemmern
  • Intrakavernöse Injektion (SKIT-Therapie)
  • Hormonersatztherapie (wird nur bei einem Testosteronmangel angewendet)
  • Schwellkörperimplantate
  • Gefäßchirurgische Maßnahmen
  • Unterstützung bei psychischen Problemen

Erektionsstörung: Was können Betroffene tun?1

  • Vorsorgeuntersuchung: Spätestens ab 45. Lebensjahr sollten sich Männer jedes Jahr vom Urologen untersuchen lassen.
  • Ernährung: Durch eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, fettreichem Fisch und Hülsenfrüchten wird der Körper optimal mit essentiellen Nährstoffen versorgt.
  • Gefäßentlastung: Die Verwendung von pflanzlichen Ölen mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Rapsöl, Olivenöl) kann dazu beitragen, die Cholesterinwerte in Gleichgewicht zu halten und damit die Gefäße zu entlasten.
  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität regt das Herz-Kreislauf-System an.
  • Entspannung: Wenn Stress die Ursache einer erektilen Dysfunktion darstellt, können Entspannungstechniken helfen.