Osteoporose: Zahlen und Fakten



Osteoporose ist die häufigste Erkrankung des Knochenstoffwechsels und kann lange Zeit unbemerkt bleiben.1 Im Jahr 2010 wurde die Prävalenz der Osteoporose für die österreichische Bevölkerung in der Altersgruppe der über 50-Jährigen auf 5,5 % geschätzt. Dies entspricht ungefähr 460.000 Personen mit Osteoporose, davon wiederum ca. 370.000 Frauen und ca. 90.000 Männer.2


Die Knochen sind ein lebendiges System: Im Schnitt bauen wir bis zum 30. Lebensjahr Knochenmasse auf. Im Normalfall bleibt diese Masse bis ca. zum 50. Lebensjahr konstant. Im Anschluss nimmt die Knochenmasse jedoch auch beim gesunden Menschen als Teil des natürlichen Alterungsprozesses kontinuierlich ab. Wenn dieser Abbau jedoch stärker als „normal” ausfällt und zusätzlich die Feinstruktur des Knochens gestört ist, spricht man von Osteoporose.1


Medizinisch werden zwei Formen der Osteoporose unterschieden: Bei einer Osteoporose nach den Wechseljahren bei Frauen bzw. im höheren Lebensalter spricht man von einer „primären“ Form der Osteoporose des Typs 1 („postmenopausale Osteoporose“) bzw. Typs 2 („senile Osteoporose“). Wird die Osteoporose durch eine andere Erkrankung (z.B. Schilddrüsenerkrankungen oder Diabetes) oder durch eine medikamentöse Therapie (z.B. Cortison) verursacht, spricht man von einer „sekundären“ Form.2,3


Osteoporose: Symptome3


Osteoporose wird meist nicht gleich zu Beginn erkannt; der Knochenschwund ist ein schleichender Prozess und verursacht oft erst in ist fortgeschrittenen Stadien Beschwerden.

Erste Symptome können eine Reduktion der Körpergröße und Schmerzen im Rückenbereich darstellen. Die erhöhte Porosität der Knochen bedingt bereits bei herkömmlichen Belastungen (z.B. Heben von schweren Gegenständen, ruckartigen Bewegungen, Hustenanfällen oder leichtem Stolpern) kleine oft nicht wahrnehmbare Frakturen (Knochenbrüche), sogenannte Fragilitätsfrakturen, die zu diesen Symptomen führen können. Die häufigsten durch Osteoporose bedingten Knochenbrüche betreffen Wirbelkörper, Oberschenkelhals- und Hüftknochen, Oberarm und Handgelenk. Der typische Rundrücken („Witwenbuckel“) entsteht langfristig durch Veränderungen der Knochenstruktur der Wirbelkörper. Dabei kann es zu einer Körpergrößenreduktion von bis zu 30 cm kommen. Durch die Veränderungen der Knochen können auch andere Bereiche des Körpers in Mitleidenschaft gezogen werden: Muskeln können verhärten und Gelenkskapseln überdehnen. In ausgeprägten Fällen können chronische Schmerzzustände auftreten, die zu Bewegungseinschränkungen bis hin zur Bettlägerigkeit führen können.


Osteoporose: Diagnostik3


Osteoporose wird meist erst im späteren Lebensalter diagnostiziert.

Beim Gespräch mit dem Arzt wird erfragt, ob innerhalb der Familie Fälle von Osteoporose aufgetreten sind, wie sich bei der betreffenden Person Körpergewicht und -größe seit der Jugend entwickelt haben und ob Erkrankungen der Schilddrüse vorliegen. Des Weiteren werden Lebensstilfaktoren (Konsum von Nikotin, Alkohol, Kaffee und Tee), körperliche Aktivität und bisher aufgetretene Knochenbrüche im Gespräch untersucht.

Neben dem Anamnesegespräch wird der Mineralgehalt der Knochen mithilfe der Knochendichtemessung (eine Niedrigdosis-Röntgenuntersuchung) ermittelt. Die daraus resultierenden Werde werden mit den Standardwerten einer 30-jährigen gesunden Frau verglichen. Je nach Differenz ergibt sich hieraus die Diagnose „Normalbefund“, „Osteopenie“ (Vorstufe der Osteoporose) oder „Osteoporose“; je mehr sich die Werte voneinander unterscheiden desto stärker ist die Knochenerkrankung ausgeprägt.

Zusätzlich zur Knochendichtemessung können die Höhe des Knochenumsatzes bzw. die Geschwindigkeit des Mineralverlustes untersucht werden, um das Knochenbruchrisiko einschätzen zu können. Bei Bedarf sind auch weiterführende Untersuchungen möglich (Labortests, Ultraschall, Röntgen, CT, etc.)


Osteoporose: Therapie3


Bereits von Kindesalter an beeinflussen Ernährung und körperliche Aktivität die Knochengesundheit im Alter.

Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene, gesunde Ernährung mit viel Calcium und Vitamin D tragen zu einem starken Knochengerüst bei. Das Ziel der Prävention setzt daher schon in der Kindheit an: mit einem knochengesunden Lebensstil soll die maximal erreichte Knochendichte (Peak Bone Mass, PBM) innerhalb der genetisch vorgegebenen Grenzen optimiert werden. Je höher das Ausgangsniveau der Knochendichte, umso besser. Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr, dann wenn die PBM erreicht wurde, ist es von großer Bedeutung, den alterungsbedingten Knochenabbau zu vermindern.

Neben den Möglichkeiten zur Vorbeugung sind bei bestätigter Osteoporose spezifische Therapien erforderlich.

Letztere können auch notwendig sein, wenn das Osteoporose-Risiko im Einzelfall erhöht ist. Das zentrale Ziel der Behandlung ist, Knochenbrüche zu verhindern und die Knochengesundheit zu verbessern. Hierfür ist meist eine medikamentöse Therapie erforderlich. In Ergänzung dazu wird der Knochenaufbau durch körperliche Aktivität stimuliert. Im Falle von Schmerzen ist auch eine entsprechende Schmerztherapie erforderlich. Daneben sollte mithilfe von Rehabilitationsmaßnahmen dafür gesorgt werden, dass die Mobilität verbessert bzw. wiedererlangt wird, um den betroffenen Personen zu ermöglichen, normalen Alltagstätigkeiten nachkommen zu können. In diesem Zusammenhang ist auch die Verminderung des Sturzrisikos durch Gleichgewichtsübungen und Vorsichtsmaßnahmen im Haushalt (z.B. Haltegriffe im Badezimmer, ausreichende Beleuchtung etc.) von Bedeutung.