Allergie: Zahlen und Fakten


Laut dem Österreichischen Gesundheitsbericht von 2016 gehören Allergien mit 24 Prozent (rund 1,75 Mio. Menschen) neben Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Nackenschmerzen zu den häufigsten chronischen Krankheiten/Gesundheitsproblemen bei der österreichischen Bevölkerung ab 15 Jahren. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Seit 2006/2007 konnte ein deutlicher Anstieg der Betroffenen in Österreich beobachtet werden (um 8 Prozent).1 Die häufigste allergische Erkrankung ist der Heuschnupfen (allergische Rhinitis); in Österreich leiden darunter mehr als 16 Prozent der Bevölkerung.2

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf Substanzen die als gefährlich eingestuft werden, aber in Wirklichkeit keinerlei Gefahr für den Körper darstellen. Die Symptome einer Allergie entstehen dadurch, dass das Immunsystem auf die allergieauslösende Substanz (Allergen) anspricht und im übertriebenen Ausmaß abwehrt. Daher spricht man bei Allergien auch von „Immunreaktionen“.3


Allergie: Ursachen und Symptome


Als Ursache für Allergien spielt die Veranlagung scheinbar eine bedeutende Rolle.

Kinder, deren Eltern Allergiker sind, haben ein erhöhtes Risiko, an einer Allergie zu erkranken. Darüber hinaus trägt die Entwicklung unserer Lebensumstände zur steigenden Allergierate in westlichen Ländern bei. Das immer „steriler“ werdende Leben verursacht, dass Kinder weniger äußeren Reizen ausgesetzt sind; das kindliche Immunsystem wird weniger trainiert und dementsprechend unterfordert. Zigarettenrauch in Form von Passivrauchen dürfte ebenfalls an der Entstehung von Allergien beteiligt sein. Allergien treten jedoch nicht von einem Tag auf den anderen auf. Bis die ersten Symptome zu einer Diagnose führen, können oft einige Jahre vergehen.3

Bei Heuschnupfen, der häufigsten allergischen Erkrankung, reagiert der Körper auf eingeatmete Pflanzenpollen, weswegen die allergische Rhinitis zu den Inhalationsallergien zählt.

Die überschießende Immunreaktion verursacht Symptome wie Niesreiz, Nasenrinnen, Juckreiz der Nase, angeschwollene Nasenschleimhaut, aber auch Symptome der Augen betreffend (geschwollene Augenlider, tränende und juckende Augen), wobei man hier von allergischer Rhinokonjunktivitis, einer Form der Augenbindehautentzündung, spricht. Weitere mögliche Symptome sind: allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Husten, Atemnot sowie Schlafstörungen. Je nachdem wie hoch die Pollenkonzentration in der Luft ist, treten die Symptome meist schwächer bzw. stärker auf.4

Im Gegensatz zur saisonal auftretenden Pollenallergie kann eine Tierhaar- oder Hausstaubmilbenallergie jederzeit auftreten. Die Symptome ähneln den oben genannten wie oft bei Allergien, wobei bei längerer Exposition auch Hautausschläge und Asthma auftreten können.5,6

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Allergie: Therapie und Behandlung


Die grundlegende Maßnahme bei der Therapie von Allergien ist die Meidung des Auslösers (Allergens).

Jedoch ist das in den meisten Fällen leichter gesagt als getan, vor allem beim Heuschnupfen, der durch eingeatmete Pollen ausgelöst wird. Eine verstopfte, rinnende Nase und allergische Augenreizungen können durch Antihistaminika oder Cortison gelindert werden. Es stehen Medikamente zur örtlichen Anwendung als Nasenspray und Augentropfen aber auch als Cremen oder Sirup zum Einnehmen zur Verfügung. Des Weiteren gibt es Medikamente in Form von Tabletten, den sogenannten Antiallergika, die antihistaminische Substanzen beinhalten und gut bei milden bis mittelschweren Allergien wirken.2

Neben akuten Therapieoptionen existiert die Möglichkeit einer Allergie-Impfung, auch „spezifische systemische Immuntherapie“ oder „Hyposensibilisierung“ genannt. Sie ist die einzige derzeit verfügbare Behandlung, die an der Ursache der Allergie ansetzt. Durch die Gabe der allergieauslösenden Substanz in langsam steigender Dosis, wird die Sensibilität des Immunsystems gegenüber dem Allergen reduziert.

Folgende Ratschläge können Betroffenen mit Heuschnupfen den Alltag erleichtern:

  • Meiden Sie zur Pollenflugzeit Grünflächen mit vielen Pflanzen.
  • Schließen Sie bei sonnigem Wetter Türen und Fenster, ebenso nachts.
  • Lüften Sie in der Stadt frühmorgens vor 8 Uhr, auf dem Lande abends ab 19 Uhr, idealerweise bei feuchtem Wetter.
  • Nutzen Sie täglich eine Nasenspülung, um die Nasenschleimhaut von Pollen zu befreien.
  • Kontaktlinsenträger sollten die Linsen herausnehmen, bevor sie Augentropfen nutzen, und vor dem Einsetzen 15 Minuten warten.
  • Legen Sie Ihre Kleidung abends außerhalb des Schlafzimmers ab.
  • Duschen Sie und waschen Sie die Haare vor dem Schlafengehen.
  • Waschen Sie häufig Ihre Bettwäsche.
  • Bringen Sie Pollenschutzgitter an. Nutzen Sie im Auto eine Klimaanlage mit Pollenfilter statt der Lüftung.

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